Flieder schneiden: Zeitpunkt, Techniken und Schnittarten für optimales Wachstum
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Einleitung
Der intensive Duft eines blühenden Flieders gehört für viele Gartenbesitzer zum Frühling dazu wie Sonne und Vogelgesang. Doch damit ein Fliederstrauch oder ein Fliederbaum Jahr für Jahr mit üppiger Blütenpracht beeindruckt, braucht er mehr als nur gelegentliche Aufmerksamkeit. Ein regelmäßiger und korrekter Rückschnitt ist das Geheimnis für einen gesunden, vital wirkenden und blütenreichen Garten-Bewohner.
Viele Hobbygärtner zögern jedoch, zur Schere zu greifen – zu groß ist die Sorge, die kostbare Blüte zu zerstören oder dem Strauch Schaden zuzufügen. Diese Angst ist unbegründet. Im Gegenteil: Ein fachmännisch durchgeführter Schnitt fördert das Wachstum und intensiviert letztlich die Blütenbildung. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, welche Schnittarten es gibt, wann der beste Zeitpunkt ist und wie Sie dabei vorgehen, damit Ihr Flieder gedeiht.
Warum regelmäßiges Schneiden sinnvoll ist
Ein ungepflegter Flieder entwickelt sich oft zu einem breiten, unförmigen Strauch mit kahlen Innenbereichen und dünner werdenden Blüten. Fachleute sprechen in diesem Fall vom sogenannten Vergreisen – ein natürlicher Alterungsprozess, den Sie durch gezielte Schnittmaßnahmen verlangsamen oder sogar rückgängig machen können.
Die Pflanze treibt ständig neue Triebe sowohl am Boden als auch an bestehenden Ästen aus. Ohne Schnitt verbraucht die Pflanze enorme Mengen an Energie für diese Triebbildung – Energie, die ihr für die Blütenentwicklung und das Längenwachstum fehlt. Der Strauch wird zunehmend dichter und undurchdringlicher, während die Blüten kleiner und weniger zahlreich werden.
Ein regelmäßiger Rückschnitt lenkt diese Wuchskraft gezielt, indem er unerwünschte Triebe entfernt und die Pflanze auf die wirklich wichtigen Strukturen konzentriert. Das Ergebnis ist ein dichter, harmonisch geformter Strauch mit großen, leuchtenden Blütenrispen.

Zeitpunkt und Schnittart: Die richtige Kombination
Wann Sie Ihren Flieder schneiden sollten, hängt stark davon ab, welche Art von Schnitt nötig ist. Ein universeller Zeitpunkt existiert nicht – stattdessen gibt es je nach Wachstumsphase und Ziel unterschiedliche optimale Termine.
Übersicht: Schnittarten und ihre Zeitfenster
| Schnittart | Wachstumsphase | Bester Zeitpunkt | Zweck |
|---|---|---|---|
| Pflanzschnitt | Jungpflanze | Beim Pflanzen oder im kommenden Frühjahr | Dichte Basis mit Verzweigungen schaffen |
| Aufbauschnitt | Jungpflanze | Februar bis März, 1.–3. Standjahr | Harmonische Strauchform entwickeln |
| Erziehungsschnitt | Wachsender Strauch | Februar bis März | Aus Strauch einen Fliederbaum formen |
| Ausputzschnitt | Etablierter Strauch | Mai bis Juli (nach der Blüte) | Gepflegtes Erscheinungsbild bewahren |
| Auslichtungsschnitt | Älterer Strauch | Ende Februar | Vergreiste und tote Triebe entfernen |
| Verjüngungsschnitt | Alter, vernachlässigter Flieder | November bis Februar | Vergreister Pflanze neues Leben geben |
Rechtlicher Hinweis: Radikale Rückschnitte und Auslichtungsmaßnahmen sind nur in der Zeit vom 1. Oktober bis 28. Februar gestattet. Dies dient dem Schutz von Vögeln und anderen Wildtieren, die in Sträuchern brüten. Zuwiderhandlungen können mit Bußgeldern bis zu 50.000 Euro geahndet werden.
Der Pflanzschnitt: Der erste Schnitt im Leben Ihres Flieders
Der Pflanzschnitt erfolgt entweder direkt beim Einpflanzen oder spätestens im folgenden Frühjahr und bildet die Grundlage für ein starkes Wurzel- und Triebsystem. Die genaue Vorgehensweise unterscheidet sich je nach Beschaffenheit der Pflanze.
Pflanzschnitt bei wurzelnacktem Flieder
Wurzelnackte Sträucher werden ohne Erdballen verkauft. Sie pflanzen diese Ware idealerweise im Herbst ein:
- Vor dem Pflanzen alle sichtbar beschädigten oder abgebrochenen Wurzeln mit der Gartenschere entfernen
- Alle oberirdischen Triebe um etwa die Hälfte kürzen – also einen Trieb von 50 cm auf 25 cm zurückschneiden
- Kaputte oder abgebrochene Zweige ganz entfernen
- Pflanzen und angießen
Dieser Schnitt erscheint radikal, ist aber notwendig. Er gleicht das verlorene Wurzelwerk aus und fördert einen kräftigen Austrieb an der Basis.
Pflanzschnitt bei Containerware
Pflanzen im Topf können das ganze Jahr über (außer bei Frost) gepflanzt werden:
- Wurzelballen intact lassen – nicht antasten
- Triebe um etwa ein Drittel kürzen – ein 30-cm-Trieb wird auf etwa 20 cm gekürzt
- Nur sichtbar beschädigte Zweige entfernen
- Pflanzen und angießen
Das Geheimnis hinter dem Spitzenschnitt
Wenn Sie Triebspitzen schneiden, konzentriert sich die Wuchskraft auf weiter unten sitzende Knospen. Der Saftdruck erhöht sich, und die Pflanze investiert ihre Energie in die Bildung mehrerer kräftiger Triebe statt eines einzelnen schwachen. Das Ergebnis ist eine buschigere, kompaktere Pflanze von Anfang an.
Vorteil: Zwar müssen Sie auf die erste Blüte verzichten, dafür erhalten Sie eine stabile Pflanze mit dichtem Wuchs – eine lohnende Investition für die kommenden Jahre.
Der Aufbauschnitt: Form und Struktur geben
Der Aufbauschnitt findet im ersten bis dritten Standjahr statt und soll Ihrem jungen Flieder eine harmonische, ansprechende Gestalt verleihen. Besonders bei veredelten Fliedersorten (erkennbar an einer Verdickung, der sogenannten Veredelungsstelle) ist dieser Schnitt entscheidend.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Aufbauschnitt
Zeitpunkt: Februar bis März
-
Wählen Sie 5 bis 7 Gerüsttriebe – dies sind die starken Haupttriebe, die das Gerüst des zukünftigen Strauchs bilden
- Bei wurzelechtem Flieder: Suchen Sie kräftige, vitale Bodentriebe aus
- Bei veredeltem Flieder: Wählen Sie nur Triebe oberhalb der Veredelungsstelle
-
Alle übrigen Bodentriebe entfernen
- Bei wurzelechtem Flieder können Sie diese regelrecht aus dem Boden ausreißen (dies ist weniger traumatisch für die Pflanze als Schnitte)
- Bei veredeltem Flieder müssen Sie Triebe unterhalb der Veredelungsstelle unbedingt entfernen oder kappen – sonst entwickelt sich die ursprüngliche Wurzelunterlage stärker als die Veredlung
-
Gerüsttriebe NICHT schneiden – dies ist sehr wichtig
- Wenn Sie die Spitzen der Gerüsttriebe kürzen, fördern Sie Wachstum in die Breite statt in die Höhe
- Außerdem würden Sie die bereits angelegten Blütenknospen für den kommenden Sommer entfernen
-
Beobachten und wiederholen – in den folgenden Jahren vor allem unerwünschte Triebe aus dem Boden entfernen
Der Erziehungsschnitt: Einen Fliederbaum gestalten
Der Erziehungsschnitt verwandelt einen kompakten Jungstrauch in einen attraktiven Hochstamm-Fliederbaum mit deutlichem Stamm und schöner Krone. Dies ist besonders dann interessant, wenn Sie eine formale Optik bevorzugen oder weniger Platz haben.
Voraussetzungen
- Der Strauch sollte bereits mehrere Jahre alt sein
- Er muss mehrere kräftige Triebe haben, von denen einer zum Stamm hochgebunden wird
- Die Schnittmaßnahme erstreckt sich über mehrere Jahre
Anleitung zum Erziehungsschnitt
Zeitpunkt: Februar bis März
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Einen kräftigen Mitteltrieb als zukünftigen Stamm bestimmen – ideal ist ein Trieb, der bereits mehrere starke Seitenäste aufweist
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Alle anderen aus dem Boden wachsenden Triebe komplett entfernen
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Den Mitteltrieb an einen stabilen Stützstab binden
- Dies verhindert Knicke und Verbiegungen
- Binden Sie mit weichem Material (z. B. Baumband), um Rindenschäden zu vermeiden
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Die Stammspitze kappen, falls sie zu hoch wird
- Wenn Sie später eine Krone in 2,5 m Höhe haben möchten, schneiden Sie die Spitze ab, wenn sie diese Höhe erreicht hat
- Ein Stück (ca. 5–10 cm) unterhalb der gewünschten Kronenhöhe ansetzen
-
4 bis 5 gut verteilte Seitenäste als Kronentriebe auswählen
- Diese sollten möglichst in verschiedenen Höhen sitzen und nach außen gerichtet sein
- Alle anderen Verzweigungen entfernen
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Krone formen
- Orientieren Sie sich an nach außen gerichteten Knospenpaaren
- Schneiden Sie knapp oberhalb solcher Knospenpaare – so wächst die Pflanze in die gewünschte Richtung
- Setzen Sie die Schere dicht am Stamm an und hinterlassen Sie keine störenden Stummel
Profi-Tipp zum Kronenschnitt
Achten Sie darauf, die verdickten Verzweigungsstellen (sogenannte Blattknoten) nicht zu verletzen. Diese Stellen enthalten wichtige Nährstoffe und Wundheilungsstoffe. Ein sauberer Schnitt knapp am Blattknoten ist besser als ein unsauberer Schnitt mit Stutzern.
Vierstämmiger Fliederbaum?
Ihr Hochstamm-Flieder muss nicht zwingend aus einem einzigen Stamm bestehen. Haben Sie mehrere kräftige Mitteltriebe ähnlicher Stärke, können Sie auch 2 bis 4 Stämme hochziehen. Dies schafft eine voluminösere Krone und sieht ebenso attraktiv aus.
Der Ausputzschnitt: Pflege nach der Blüte
Der Ausputzschnitt entfernt verwelkte Blütenstände unmittelbar nach der Blüte und erhält so das gepflegte Aussehen – muss aber mit Sorgfalt durchgeführt werden, um nächstjährige Blütenknospen nicht zu beschädigen. Dieser Schnitt wird oft unterschätzt, ist aber essentiell für eine ausbleibende Blüte im folgenden Jahr, wenn er falsch gemacht wird.
Zeitpunkt
Die Blütezeit des Flieders variiert je nach Sorte und Standort:
- Gemeiner Flieder und frühe Sorten: Mai bis Juni
- Edelflieder und späte Sorten: Juni bis Juli
- Sommerflieder: Juli bis September (andere Gattung, andere Schnittregeln)
Praktizieren Sie den Ausputzschnitt direkt nach dem Verblühen.
So führen Sie den Ausputzschnitt richtig durch
-
Verwelkte Blütenstände identifizieren – diese sind braun verfärbt und trocken
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Die Gartenschere direkt unterhalb des verwelkten Blütenstandes ansetzen
- Hier treffen Sie auf ein frisches Knospenpaar, das bereits die Blüten für nächstes Jahr trägt
- Dieses Knospenpaar MUSS stehen bleiben – sonst fällt die Blüte im nächsten Jahr aus
-
Sauberer Schnitt ausführen
- Der Schnitt sollte schräg nach oben führen (so läuft Regenwasser ab)
- Keine unsauberen Bruchstellen hinterlassen
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Nach dem Schnitt leicht düngen und gießen
- Die Pflanze kann sich schneller von der Blüte erholen
- Sie investiert Zeit in die Ausbildung neuer Knospen
Häufiger Fehler: Zu tief schneiden
Viele Gärtner schneiden beim Ausputzen aus Sicherheitsgründen zu tief und entfernen damit auch die wertvollen Blattknospen der kommenden Saison. Der Schnitt sollte minimal, nur an der verwelkten Blüte selbst erfolgen.
Der Auslichtungsschnitt: Struktur in vergreiste Sträucher bringen
Ein Auslichtungsschnitt ist nötig, wenn ältere Fliedersträucher im Inneren zu verkahlten beginnen oder die Blüte schwächer wird, und erfolgt am besten Ende Februar. Dieser Schnitt unterscheidet sich deutlich von den bisherigen – er ist deutlicher und greift stärker in die Struktur ein.
Wann ist ein Auslichtungsschnitt sinnvoll?
Ist Ihr Flieder über viele Jahre gut gepflegt worden (mit regelmäßigem Ausputzschnitt und gelegentlichen Formschnitten), ist ein Auslichtungsschnitt oft gar nicht oder erst nach vielen Jahrzehnten nötig. Wenn Sie einen älteren, vernachlässigten Flieder übernehmen, sieht das anders aus.
Zeichen für notwendige Auslichtung:
- Kahle Stellen im Inneren des Strauchs
- Wenig Blattwerk
- Kleine, spärliche Blüten statt großer Blütenrispen
- Viele alte, dicke Äste und wenig frisches Holz
Rechtlich bindend: Auslichtungsschnitte sind nur zwischen 1. Oktober und 28. Februar gestattet.
Schritt-für-Schritt zum gelungenen Auslichtungsschnitt
Zeitpunkt: Idealerweise Ende Februar
-
Totholz entfernen
- Totholz ist hellbraun bis grau gefärbt, unter der Rinde ist das Holz trocken und nicht saftig grün
- Diese Äste leisten keine Funktion mehr und können komplett entfernt werden
- Schneiden Sie sie dicht am Ansatz ab
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Bei wurzelechtem Flieder: Alte Bodentriebe entfernen
- Vergreiste, dicke Bodentriebe etwa 5 cm über dem Boden abschneiden
- Schwache, dünn wachsende Bodentriebe ebenfalls entfernen
- Kräftige neue Bodentriebe stehen lassen – diese ersetzen die vergreisten Äste
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Bei veredeltem Flieder: Seitentriebe oberhalb der Veredelungsstelle auslichten
- Alle vergreisten Seitentriebe (erkennbar an fehlender Rindegrüner, trockenem Holz) absägen
- Die Veredelungsstelle selbst nicht verletzen
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Ungünstig wachsende Äste in der Krone entfernen
- Äste, die nach innen wachsen, sich überkreuzen oder zu dicht beieinander verlaufen, entfernen
- Schneiden Sie diese Äste möglichst nah am Stamm oder an der Verzweigungsstelle ab
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Krone lockern
- Das Ziel ist Licht und Luft im Inneren
- Die Krone sollte nach dem Auslichten deutlich durchlässiger wirken
- Sie sollten von oben in den Strauch hineinschauen können
Kombination mit Ausputzschnitt
Falls Sie den Ausputzschnitt des Vorjahres noch nicht durchgeführt haben, können Sie ihn beim Auslichtungsschnitt nachholen. Entfernen Sie dann auch die verwelkten Blütenstände von letzter Saison.
Der Verjüngungsschnitt: Alte Fliederbäume retten
Ein Verjüngungsschnitt ist ein radikaler Eingriff, der einem alten, vergreisten Flieder eine zweite Chance gibt – der Strauch wird auf 20–80 cm Höhe zurückgeschnitten und treibt dann kräftig neu aus. Dies ist die letzte Option, bevor Sie den Strauch ganz entfernen würden.
Wann ist ein Verjüngungsschnitt sinnvoll?
- Der Flieder ist mehrere Jahrzehnte alt
- Die Blüte ist minimal oder ausgefallen
- Der Strauch wirkt holzig und blattlos
- Normale Schnittmaßnahmen haben nicht geholfen
- Sie möchten den Strauch behalten (sentimentaler Grund, guter Standort, große Liebe)
Rechtlich bindend: Verjüngungsschnitte sind nur zwischen 1. Oktober und 28. Februar gestattet.
Häufiger Fehler: Alles auf einmal schneiden
Viele Gärtner schneiden einen alten Flieder in einem Jahr radikal auf 20 cm zurück. Dies ist kontraproduktiv. Der Strauch reagiert mit einem enormen Triebwachstum am Boden (Wurzelschösslinge), während die weiter oben angelegten Knospen nicht genug Kraft haben. Ergebnis: Ein strauchiger Busch statt eines Baums.
Besser: Verteilen Sie den Verjüngungsschnitt auf 2 bis 3 aufeinanderfolgende Jahre. So kann die Pflanze kontrolliert reagieren.
Anleitung zum Verjüngungsschnitt in mehreren Phasen
Jahr 1 (Oktober bis Februar)
-
Zielform festlegen – auf welche Höhe möchten Sie den Flieder zurückbringen? (meist 40–80 cm)
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Sägetechnik für dicke Äste nutzen
- Setzen Sie die Säge etwa 30 cm oberhalb der Zielschnittstelle an
- Sägen Sie bis zur Astmitte, aber nicht ganz durch – lassen Sie einen Steg
- Setzen Sie die Säge nun etwa 10 cm unterhalb der ersten Schnittstelle an
- Sägen Sie von unten, bis der Ast von selbst abbricht
- Dies verhindert, dass die Rinde beim Durchbruch reißt
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Stummel auf Zielhohe abschneiden
- Jetzt können Sie den verbleibenden Stummel sauber auf die gewünschte Höhe sägen
- Der Schnitt sollte leicht schräg nach oben angesetzt werden
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Nur 1/3 bis 1/2 aller Gerüsttriebe schneiden – manche Äste noch stehen lassen
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Wurzelschösslinge konsequent entfernen
- Dies ist der wichtigste Punkt!
- Im ersten Sommer nach dem Schnitt werden viele zarte Triebe am Boden austreiben
- Reißen Sie diese systematisch aus – mindestens 3–4 mal in der Saison
- Sonst rauben sie den oberen Knospen alle Energie
Jahr 2 und ggf. Jahr 3
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Die verbleibenden alten Äste in ähnlicher Weise zurückschneiden
- Folgen Sie der gleichen Sägetechnik
- Wieder Wurzelschösslinge konsequent aufreißen
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Nach 2–3 Jahren sollte der Flieder neu ausgetrieben haben
- Entfernen Sie konkurrierende Triebe
- Lichten Sie aus, um eine harmonische Krone zu fördern
Erfolgspotential
Mit dieser Methode und der konsequenten Entfernung von Wurzelschösslingen können Sie einen 40–50 Jahre alten Flieder tatsächlich "retten". Innerhalb von 3–5 Jahren nach Abschluss der Verjüngung sollte er wieder blühen und eine ansprechende Form haben.
Sommerflieder: Ein spezieller Fall mit anderen Regeln
Zum Abschluss sei erwähnt, dass es neben dem klassischen Flieder (Syringa) auch den Sommerflieder (Buddleja) gibt. Dieser blüht später (Juli bis September) und benötigt andere Schnittregeln. Sommerflieder schneiden: wann und wieviel – in unserem separaten Artikel erfahren Sie mehr zu dieser beliebten Alternative.
Vermehrung und Sortenvielfalt
Hat Ihr Flieder Sie überzeugt und Sie möchten ihn vermehren? Auch das ist möglich. Flieder vermehren – wir zeigen Ihnen Stecklings- und Ableger-Techniken. Zudem gibt es eine große Sortenvielfalt: von klassischem Lila über Weiß bis hin zu exotischeren Farben. Fliedersorten – einen detaillierten Überblick finden Sie in unserem Sortenleitfaden.
Nachbarpflanzen und ähnliche Schnittaufgaben
Wenn Sie sich mit Gehölzschnitten auskennen, werden Ihnen ähnliche Aufgaben im Garten leichter fallen. Koniferen schneiden – etwa bei immergrünen Hecken – folgt ähnlichen Prinzipien. Auch der Hortensien Standort und wie Sie Hortensien pflanzen sind wichtige Faktoren für den Erfolg dieser ebenfalls blütenstarken Sträucher. Auch Kräuter wie Minze schneiden folgen ähnlichen Regeln beim Auslichten und Formen.
Praktische Checkliste für Ihr Schnitt-Jahr
Januar bis März
- ☐ Aufbauschnitte an Jungpflanzen durchführen (Februar–März)
- ☐ Erziehungsschnitte für Hochstämme durchführen (Februar–März)
- ☐ Auslichtungsschnitte und Verjüngungsschnitte abschließen (bis Ende Februar)
April bis Mai
- ☐ Flieder beobachten, auf Schädlinge checken
- ☐ Nach Blütestart vorbereiten (ggf. düngen)
Mai bis Juli
- ☐ Ausputzschnitte durchführen, sobald Blüten verblüht sind
- ☐ Junge Triebe beobachten
- ☐ Wurzelschösslinge bei veredelten Sorten entfernen
August bis September
- ☐ Flieder genießen
- ☐ Herbstdünger ggf. ausbringen
Oktober bis Februar
- ☐ Größere Schnittmaßnahmen durchführen (Auslichtung, Verjüngung)
- ☐ Totholz entfernen
- ☐ Wurzelnackte Jungpflanzen pflanzen und schneiden
Fazit: Regelmäßigkeit schlägt Radikalität
Das Geheimnis eines schönen, blütenreichen Flieders liegt nicht in gelegentlichen drastischen Maßnahmen, sondern in regelmäßiger, durchdachter Pflege. Wenn Sie Ihren Flieder von Anfang an mit den richtigen Schnitten begleiten – Pflanzschnitt, Aufbauschnitt, dann jährlicher Ausputzschnitt – werden Sie kaum je einen radikalen Verjüngungsschnitt benötigen.
Ein etablierter, gut gepflegter Flieder ist für viele Jahre eine optische und olfaktorische Bereicherung Ihres Gartens. Mit dem Wissen aus diesem Ratgeber können Sie diese Freude nun selbst in die Hand nehmen – und das gute Gefühl genießen, etwas mit eigenem Fachwissen erreicht zu haben.
Merksatz: "Lieber regelmäßig kleine Schnitte als seltene große Schnitte – so bleibt Ihr Flieder immer vital und blühfreudig."
Wann sollte ich meinen Flieder schneiden?
Der Zeitpunkt hängt von der Schnittart ab. Aufbau- und Erziehungsschnitte erfolgen Februar–März, der Ausputzschnitt nach der Blüte (Mai–Juli), und radikale Schnitte wie Auslichtung oder Verjüngung nur zwischen 1. Oktober und 28. Februar, um Vögel zu schützen.
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Wir recherchieren Fachthemen rund um Garten- und Landschaftsbau und bereiten sie redaktionell auf — mit dem Ziel, verständliche und praxisnahe Orientierung zu bieten, keine Rechts- oder Fachberatung im Einzelfall. Stand dieses Artikels: 26. November 2026.